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Stromausfall

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,
 

sowohl in ganz Deutschland als auch in Rheinland-Pfalz sind in den letzten Jahren in verstärktem Maße großflächige und länger andauernde Stromausfälle zu verzeichnen. Entsprechend verschiedener Hinweise sowohl seitens der Pfalzwerke als auch des Ministeriums des Innern, für Sport und Infrastruktur ist darüber hinaus auch im Fall einer kritischen Engpasssituation eine Unterbrechung der Stromversorgung in Teilen des Netzgebietes denkbar, um eine Sicherstellung der Systemstabilität zu gewährleisten und einen Zusammenbruch des gesamten Stromnetzes zu vermeiden. Dabei ist ausdrücklich zu betonen, dass ein konkreter Anlass für solche Maßnahmen aktuell nicht ersichtlich ist.

Durch Unwetter oder technische Defekte kann es leider immer schnell zu einem Ausfall der Stromversorgung im Gemeindegebiet kommen. Neben den damit verbundenen allgemeinen Einschränkungen können sich allerdings auch problematische Situationen ergeben. Denn in den meisten Fällen können von dem Stromausfall auch die Fest- bzw. Mobilfunknetze betroffen sein. In Notfällen ist ein Hilferuf über die bekannten Notrufnummern dann nicht mehr möglich. Die Gemeindeverwaltung und Ihre Feuerwehr möchten Sie deshalb über das Thema "Stromausfall" informieren.

Sie erhalten Hinweise und Tipps, wie man sich selbst auf ein solches Ereignis vorbereiten kann. Weiterhin erläutern wir lhnen die Maßnahmen, die seitens der Feuerwehr getroffen werden.

1. Maßnahmen zur Sicherstellung der Gefahrenabwehr bei Stromausfällen durch die Feuerwehr:

Die Feuerwehr der Gemeinde Böhl-Iggelheim hat eigens für Stromausfälle einen "Alarm- und Einsatzplan (AEP) Stromausfall" erstellt. Dieser AEP beinhaltet die von der Feuerwehr zu treffenden Maßnahmen die notwendig sind, um auch bei einem Ausfall der Energie- bzw. Stromversorgung „so-gut-wie-es-geht“ effektive Hilfe leisten zu können.

Insbesondere bestimmt der AEP Stromausfall auch die von der Feuerwehr zu veranlassenden besonderen Vorkehrungen, um für die Bürgerinnen und Bürger die Sicherstellung der Rettungskette - und somit des Notrufs für sämtliche Notfälle - gewährleisten zu können. Denn: besonders abhängig von einem Stromausfall sind unsere Kommunikationsnetze. Nach kurzer Zeit wird das Telefonfestnetz nicht mehr zur Verfügung stehen. Stromabhängige Ladestationen mancher Mobiltelefone fallen sofort aus. Die Mobilfunknetze sind nur kurze Zeit notstromversorgt.

Bei einem ungeplanten großflächigen Stromausfall, der länger als 30 Minuten andauert, wird das Feuerwehrgerätehaus von der Feuerwehr besetzt und kann im Falle eines Ausfalles sämtlicher Fest- und Mobilfunknetze  zuerst als Anlaufstelle aufgesucht und zum Absetzen eines Notrufes genutzt werden.

Bei Ausfällen von länger als 60 Min. wird in den OT. Böhl und Iggelheim bei Bedarf ein Anlaufpunkt an den jeweiligen Grundschulen für die Bevölkerung eingerichtet.

Bürgerinnen und Bürger, die Hilfe oder Unterstützung benötigen, können sich unmittelbar an das Personal an den o.g. Anlaufpunkten wenden.

Von dort ist es möglich, über die Fahrzeugfunkanlagen Notrufe an die Feuerwehreinsatzzentrale abzusetzen, welche die Notrufe an die entsprechenden Stellen, z.B. Rettungsleitstelle oder Polizei, weiterleitet. Zur flächendeckenden Information der Bevölkerung kann durch die Feuerwehr oder das Stromversorgungsunternehmen Lautsprecherdurchsagen erfolgen oder es wird über die bekannten Aushängetafeln informiert.
 

2. Selbsthilfe, Vorsorgetipps:

Kommt es zu einem längerfristigen Stromausfall, fallen schlagartig alle strombetriebenen Anlagen und Geräte aus, die nicht an Notstromanlagen angeschlossen oder batteriebetrieben sind. Zu Hause sitzen Sie möglicherweise im Kalten und Dunkeln, da Licht und Heizung nicht mehr funktionieren. Fernsehgeräte, der PC für den Internetzugang und oft auch die  im Haushalt verfügbaren Radiogeräte können bei einem Stromausfall nicht betrieben werden. Kühl- und Gefrierschränke tauen ab und die darin gelagerten Lebensmittel verderben innerhalb kurzer Zeit. Im Bereich der häuslichen Pflege fallen Hilfsgeräte aus, die möglicherweise lebenswichtig sind. Dienstleistungen wie z.B. Hausnotruf und Essen auf Rädern können gestört werden. Um die Auswirkungen eines solchen Ereignisses für den Einzelnen zu reduzieren, sollte sich jeder Haushalt so vorbereiten, dass er einige Tage ohne Hilfe von außen auskommt.

  • Legen Sie sich ausreichend Vorräte an Trinkwasser, Lebensmitteln und ggf. Babynahrung sowie Hygieneartikeln an.
  • Für einen Ausfall der Energie- oder Stromversorgung sollte jeder Haushalt alternative Heiz- und Kochmöglichkeiten bereithalten. Die warme Kleidung für den Winter sowie Decken können in unseren Breiten die ausgefallene Heizung für eine gewisse Zeit kompensieren. Mit einem Campingkocher können kleinere Mahlzeiten hergerichtet werden. Ggf. können auch Grill- oder Holzkohle hilfreich sein.
  • Das Licht von Kerzen, Taschen-, Camping- oder Petroleumlampen kann im Ernstfall dafür sorgen, dass Sie sich zu Hause auch nach Einbruch der Dunkelheit noch sicher orientieren können. Docht und Brennstoff sollten überprüft und ggf. ausreichender Vorrat beschafft werden. Generell sollten in jedem Haushalt für einen Ausfall des elektrischen Lichts Taschenlampen, Ersatzbirnen, Batterien, Streichhölzer und Kerzen vorhanden sein.
  • Treffen Sie Vorkehrungen, um Ihre pflegebedürftigen Angehörigen notfalls für einige Zeit selbst zu pflegen.
  • Mit Hilfe eines batteriebetriebenen Radios oder auch des Rundfunkgerätes im Auto bleiben Sie über Informationen des behördlichen Krisenstabes und der Stromversorger auf dem Laufenden.
  • Wer eine Heizmöglichkeit besitzt, die mit Kohle, Briketts oder Holz betrieben werden kann, sollte für einen Notfall diese Brennstoffe auf Vorrat vorhalten.
  • Mit einem eigenen kleinen Notstromgerät können z.B. Wasserkocher, Kabellampe, Heizlüfter usw. betrieben werden. Bedenken Sie jedoch den Aufstellungsort des Stromaggregates. Auf Grund der giftigen Abgase des Verbrennungsmotors, muss das Stromaggregat im Freien stehen. Für die Kabelführung offen gehaltene Türen oder Fenster können zum Auskühlen der Wohnung führen. Je nach Wohnsituation kann es durch Stromaggregate zu erheblichen Lärmbelästigungen kommen. Empfindliche elektronische Geräte wie z.B. Steuerungsanlagen und Computer können, je nach Ausführung des Stromaggregates, beschädigt werden. Beim Anschluss eines eigenen kleinen Notstromaggregates an das Hausnetz ist äußerste Vorsicht geboten. Der Anschluss darf nur von einer Elektrofachkraft eingerichtet werden und muss ggf. vom Stromnetzbetreiber genehmigt werden.

Hinweise für Ihre persönliche Vorbereitung gibt es in der Broschüre "Für den Notfall vorgesorgt". Sie ist kostenlos zu beziehen beim Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe.

Ihre Feuerwehr Böhl-Iggelheim

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